Dirk Bertram

Dirk Bertram habe ich das erste Mal gesehen, als ich für ein neues Format in den Produktionsstätten von „Peter Zwegat“ bei „One House Media“ steckte und wir gemeinsam an dem großen Meetingtisch saßen.

Dirk Bertram habe ich das erste Mal richtig WAHRGENOMMEN, als wir nach unserem ersten Meeting sehr schnell Freunde wurden, weil Dirk einer dieser Menschen ist, bei dem dein Bauch laut schreit: „Wie kreativ, herzallerliebst und lustig kann ein Mensch in unsere Branche denn bitte sein?“

Er hat mit seiner Firma „ELKARTPRODUCTION“ etwas geschaffen, wovon andere nur träumen können! Eine Filmproduktion mit Animationen, Illustrationen und Kompositionen.

 

Dirk, erzähl mal – was schreibt deine Vita?
Dass ich das Studium der Ernährungswissenschaften abgeschlossen habe und danach direkt zum Zeichentrickfilm gegangen bin.

Was war dein erster Zeichentrickfilm?
Der Kinofilm „Felidae“ und direkt danach „Werner – Das muss kesseln!!!“. Danach war ich bei dem „Kleinen Arschloch“ Produktionsleiter und später habe ich mich dann für die Regie und den Producer entschieden. Ich habe damals mit „Pippi Langstrumpf“ und „Käpt‘n Blaubär“ rumgehühnert und mich dann nach sechs Jahren TRICKOMPANY selbständig gemacht. Aktuell produziere ich gerade mal wieder 26 Filme für die Sesamstraße.

Und du hast diverse Buchtrailer produziert!
Ein paar mit Ben Becker, Roger Cicero, Bürger Lars Dietrich, Heinz Strunk u.v.m. Also sozusagen fast alle Promitrailer für den Rowohlt Verlag. Die sind ganz froh, dass ich mit den Promis so gut klarkomme. Sonst gab es wohl ab und zu ein bisschen Stress beim Drehen und dann haben sich die Promis beschwert. Und jetzt sind alle immer ganz happy. Vielen Dank an meine Agentur iRead Media, die mir diese schönen Jobs vermitteln.

 Liegt das daran, dass du das richtige Gefühl für Menschen hast?
Das würde ich so nicht sagen, ich mache mir eben Gedanken. Wenn das keine Schauspieler sind, dann kann man sie auch nicht zu Schauspielern machen.  Ich möchte doch, dass jeder gut rüberkommt bei der Produktion und vor allem, dass er Spaß hat! Da mache ich mir als Produzent natürlich den Kopf: wie kommt der Darsteller mit seinem knappen Zeitbudget möglichst schmerzfrei durch meinen Dreh? Die sollen Spaß haben und am Ende einen Film, den sie schön finden.

Wie lange dauert es von der Entwicklung der Idee bis zum fertigen Produkt?
Ich sitze in der  Regel ein- bis eineinhalb Wochen daran. Zwar nicht non-stop, aber mit der  gesamten Planung und der Abstimmung des Drehtermins bis zum endgültigen Schnitt.

Und wer ist dein Lieblings-Promi?
Ben. (Anmerkung von Madita: Ben Becker)

Warum?
Weil ich Ben liebe, das ist einfach ein toller Typ. Ben hat eine anstrengende Seite und eine ganz weiche Seite, die man so nicht sieht. Ben ist für mich aber auch kein Promi, sondern ein Freund. Seine Kunst ist viel imposanter als sein Promidasein…obwohl das manchmal schon ein schöner Türöffner ist (Dirk lacht). Mit ihm darf man in fast allen Kneipen rauchen. Er kann furchtbar charmant sein und fragt dann jeden einzelnen, ob es auch wirklich nicht stören würde.

Was war deine schönste Produktion?
Also meine schönste Produktion war „Berlin Berlin“ mit Felicitas Woll in der Rolle als Lolle. Hier habe ich die Trickfilme, also ihre Gedanken als Comiczeichnerin, entwickelt und umgesetzt. Das war einfach eine Top-Produktion! So eine schöne Produktion würde ich gerne mal wieder machen. Eine tolle Serie mit tollen Schauspielern, tollen Drehbüchern, einer tollen Regie und tollen Animationen. Der Job war so schön, weil das Produkt einfach super war. Danach habe ich noch zwei Comicalben in Lolles Namen geschrieben.

Da war doch immer so ein heißer Typ dabei?
Ach, du meinst Jan Sosniok. Der ist übrigens auch Ernährungswissenschaftler. Mit dem anderen Hauptdarsteller „Hart“ alias Matthias Klimsa habe ich gerade seinen zweiten Buchtrailer gedreht.

Warum bist du weg von den Kinofilmen?
Weil man zwei Jahre an einem Kinofilm rumhühnert. Außerdem ist die Branche so unromantisch geworden. Jetzt wird das alles in Asien produziert. Früher saßen wir hier in Altona mit 150 Leuten und haben zwei Jahre lang gezeichnet und zusammen die WM geguckt. Da waren wir alle schon glücklich, weil wir für so einen geilen Job auch noch Geld bekommen haben! Jetzt sitzt man in hässlichen Büros und macht administrative Arbeiten für eine Produktion, die in China gefahren wird. Da hatte ich keinen Bock drauf.

Ich hasse dich, du bist ein Multitalent, Dirk!
(Dirk lacht.) Danach habe ich noch Comedybücher für "Monty Python" und z.B. Titelsongs für Fernsehserien wie „Helmi“ geschrieben. Schlageralben habe ich auch schon getextet, z.B. für "Bernhard Hirtreiter", das ist einer von den drei Tenören gewesen. Ich habe da schöne deutsche Texte für "Cole Porter Songs" geschrieben, was richtig geil war! Ich konnte stolz wie Bolle auf die CD gucken, wo stand: Musik Cole Porter, Texte – Dirk Bertram. Leider habe ich da keinen Cent Gema für gesehen.

Was ist dein nächstes Musikprojekt?
Ich will wieder etwas Eigenes machen. Einen Act, den man auf die Bühne bringen kann. Etwas Kleines, oldschooliges, vielleicht mit einer Livesängerin, entweder ein Akustik- oder ein Rockprojekt.

Und was sind deine drei Lieblingsbands, wenn du dich entscheiden müsstest?
Das ist ganz einfach.
1.    Pink Floyd (Dark Side of the Moon)
2.    The Beatles (White Album)
3.    Prince (Rainbow Children)

 

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