Sören Bauer

Der Architekt, der Events und keine Haeuser baut.

 

In der Medienbranche gibt es vier Bereiche: den Print-, den TV-, den Radio- und den Internetbereich.  „Sören Bauer Events“ bietet seinen Kunden einen fünften Bereich, um genau die passende Zielgruppe zu erreichen und zwar mit qualitativ hochwertigen Veranstaltungen.

Das bedeutet im Klartext, wenn „Sören Bauer Events“ für eine Luxusmarke eine Veranstaltung betreut, dann werden zielorientiert Menschen eingeladen, die sich diese Luxusmarke auch leisten können.

Als Meister dieser Events plant Sören Bauer ca. 20 Veranstaltungen pro Jahr. 1995 gegründete er seine Agentur und betreut seitdem drei wichtige Standbeine im Eventbereich:

-    Die Prominentenvermittlung. Dies betrifft eine Beratung auf Kunden- und auf Prominentenseite.
-    Die Konzeption und Durchführung des Events. Dies kann das gesamte Event umfassen sowie einzelne Teilbereiche (z.B. das Bühnenprogramm oder die Vermarktung).
-    Die Gründung und Gestaltung eigener Events siehe: Movie meets Media, TELE 5 Director’s Cut, Music meets Media, Soap Award.

Sie vermitteln bei den Events immer eine Message, wie kommen Sie auf die Eventidee?
Unsere Message ist immer auf das Produkt bezogen. Wir haben Kunden, die uns vorher ihre genauen Ziele mitteilen. Wir entwickeln daraufhin ein Konzept, wie sie dieses Ziel mit einem Event erreichen können. Wir nutzen dieses Event als Medium, um dieses Ziel zu erreichen. Das kann z.B. ein größerer Bekanntheitsgrad, ein Imagetransfer, eine Bindungsmaßnahme oder eine Neukundengewinnung im Bereich der Endverbraucher oder der Finanziers sein.

Wie lange dauert die Planung eines bombastischen Events?
Das ist wie bei einem Architekten. Der Kunde sagt uns, welches Haus er haben möchte und wie seine ungefähre Preisvorstellung ist. Dann kommt er sechs Monate später wieder und ich gebe ihm den Schlüssel zu einem fertig eingerichteten Haus in der von ihm gewünschten Lage. Einige Kunden wollen während der Planungsphase dabei sein, das machen wir natürlich auch möglich.

Wer sind Ihre Kunden bzw. die Prominenten?
Wir sind heute im „Hotel Atlantic Kempinski“, die sind z.B. Partner von uns. Für CNN führen wir beispielsweise den „Journalist Award“ durch. Referenzen dürfen von Kundenseite nur selten genannt werden und wenn Prominente für Veranstaltungen gebucht werden, dann gehen wir diskret damit um. Nicht jeder Kunde oder Prominente möchte seinen Namen in der Zeitung lesen. Bei den eigenen Events darf ich natürlich darüber sprechen, da haben wir bei der „Movie meets Media“ z.B. American Express  und Pro Sieben als Medienpartner.

Wie bekannt muss man sein, um bei diesen Events eingeladen zu werden? Es ist wahnsinnig schwer eine Karte dafür zu bekommen!
Da gibt es zwei Ansatzpunkte. Erstens: Man wird von der Sponsorenseite eingeladen, dafür muss man auch nicht prominent sein. Das entscheidet der jeweilige Sponsorenpartner des Events. Und zweitens:  Über unser Kartenkontingent laden wir Menschen zu den Veranstaltungen ein, die zu dem jeweiligen Event passen. Bei der „Movie meets Media“ trifft man unter den Gästen u.a. Schauspieler, Moderatoren und Models wo hingegen bei der „Music meets Media“ ausschließlich Musikschaffende eingeladen werden.
(lacht herzlich) Ich kann Ihnen aber sagen, wie Sie sicher keine Einladung bekommen: Sie sollten mich nicht verärgern!

Wie viele Anfragen bekommen Sie pro Veranstaltung?
Wir bekommen bis zu 2.000 Anfragen pro Veranstaltung. Ich habe ein tolles Guestmanagement-Team, das ausschließlich die Anfragen der verschiedenen Events betreut. Es geht um die richtige Mischung des Publikums, die Gäste sollen sich wohl fühlen, das ist das Wichtigste.

Wie würden Sie Ihre Veranstaltungen beschreiben?
Dadurch, dass es so schwierig ist eine Einladung zu erhalten und wir das Publikum sehr gezielt aussuchen, haben unsere Events den Charakter einer Privatveranstaltung. Da unterhält sich die ältere Hanseatin auch gerne mit H.P. Baxxter über friesischen Tee und das finde ich schön.

Kennen Sie all diese Menschen wirklich bzw. kennen diese Menschen Sie?
Nein, mich kennt eigentlich keiner wirklich. Wenn man es mal auf das herunterbricht, was es wirklich ist, dann sind wir Dienstleister. Wir verstehen uns als Handwerker, die einen guten Job machen wollen. Wir sind Networker und möchten Menschen miteinander vernetzen, für die der Kontakt nützlich sein kann. Letztes Jahr in München hat z.B. Markus Schenkenberg auf unserer Veranstaltung die Firma „Jacques Britt“ kennengelernt. So ist er zu seinem aktuellen Modelljob bekommen. Und „Jacques Britt“ ist glücklich, weil sie Markus Schenkenberg durch den persönlichen Kontakt vielleicht zu einer besseren Gage buchen konnten als normalerweise.

Sind bei Ihnen schon viele Beziehungen auf Events entstanden?
Ja, sehr viele. Da kann ich Ihnen auch ein bekanntes Paar verraten, das ist kein Geheimnis. Annemarie Warnkross und Wayne Carpendale haben sich bei uns kennengelernt und sind jetzt verlobt.

Gibt es Prominente, die nicht auf Ihre Veranstaltungen kommen?
Ja, natürlich. Es gibt Prominente, die sagen: „Zu solchen Veranstaltungen gehe ich nicht.“, und dann sieht man sie hinterher auf einer anderen großen Preisverleihung. Da entscheiden die Prominenten nach ihren persönlichen Prioritäten.

Wann ist man ein Promi?
Das ist eine schwierige Frage. Wer entscheidet überhaupt, wer A-,B- oder C-Promi ist? Im Regelfall die Zeitungen und Magazine. Meiner Meinung nach sollten die Fans das bestimmen. Ich finde es persönlich wichtig, dass man weiß, wen das deutsche Publikum für einen A-Promi hält. Hier bietet z.B. das neue Portal www.mypromi.de den Fans eine gute Möglichkeit. Wenn ein Kunde sich für ein Event einen A-Promi wünscht, dann machen wir das natürlich möglich. Viel wichtiger ist es aber doch, dass der Promi zu dem Kunden bzw. zu dem Produkt passt und der Kunde mit der Veranstaltung sein gewünschtes Ziel erreicht! Wenn das mit einem C-Promi schneller möglich ist, dann würde ich den C-Promi empfehlen. Gerade bei den jüngeren Fans gilt ein Mario Adorf nicht mehr zwangsläufig als A-Promi sondern eher ein Soap-Stars wie Susan Sideropoulos oder Musiker wie Andreas Bourani. Danach müssen wir uns richten.

Wie viel kostet so eine Veranstaltung?

Schätzen Sie dochmal…

Wahrscheinlich eher 200.000 als 100.000, oder?
Das hängt natürlich von der jeweiligen Veranstaltung ab. In der Regel kostet eine Veranstaltung 150.000 bis 500.000 Euro. Jedes Mal, wenn wir feiern, versenken wir ein Einfamilienhaus. Da müssen auf einem Event gewisse Ziele erreicht werden und wir möchten, dass dort Business gemacht wird. Da geht es nicht nur um den Spaßfaktor.

Sie veranstalten in ganz Deutschland Events. Haben Sie eine Lieblingsstadt?
Nein, meine Frau verdreht schon immer die Augen, weil ich in jeder Stadt sage: „Ach Schatz, lass uns doch hierherziehen.“ Hamburg, Berlin und München finde ich aufgrund ihrer Affinität zu den Medien für mich am interessantesten. Und im Gegensatz zu Hamburg gibt es in München immer noch Clubs wie das „P1“, wo drei Generationen miteinander feiern. Auch wenn ich patriotischer Hamburger bin, vermisse ich das in Hamburg.

Dann sollten Sie noch einen Club aufmachen!
Ich möchte auch noch Freizeit haben!

Sehen Sie Ihre Familie denn überhaupt noch?
Naja, es sind ja nicht mehr als 20 große Veranstaltungen pro Jahr, das geht. Ich bin relativ oft zu Hause, allerdings unter der Woche meistens erst dann, wenn meine Familie schon schläft.

Nach dem Interview im Phantomzimmer des legendären „Hotel Atlantic Kempinski“ fährt Sören Bauer wieder zu seiner Familie und genießt die restliche Freizeit an diesem Samstagnachmittag. Ich hingegen bin mit meinem Kopf immer noch im Phantomzimmer des Hotels und erfreue mich an dem Gedanken, dass ich gerade auf denselben Brettern stand, wo einst Pierce Brosnan den James-Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ gedreht hat.

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